In der Dezembersession hat der Ständerat das sogenannte Entlastungspaket 2027 behandelt, das viel eher grosse Belastungen statt Entlastung für zukünftige Generationen zu bringen droht. Dabei gab es Überraschungen.
Im Rahmen der dritten Wolfsregulierung wurde erneut rund ein Drittel der Schweizer Wölfe geschossen. Die Wirkung der proaktiven Abschüsse muss genau untersucht und ihr Einsatz unbedingt verbessert werden. Der Herdenschutz bleibt der Schlüssel für eine möglichst konfliktfreie Koexistenz mit dem Wolf.
Mit dem «World Wetlands Day» am 2. Februar erinnert die Ramsar-Konvention an die immense Bedeutung von Feuchtgebieten für Mensch und Natur sowie an ihre Bedrohung. In der Schweiz sind diese Ökosysteme und damit auch ihre Pflanzen- und Tierarten besonders stark gefährdet. Um die typischen Arten und die volle Funktionsfähigkeit der Schweizer Feuchtgebiete langfristig zu erhalten, reichen die verbliebenen Lebensraumfragmente laut Wissenschaft bei Weitem nicht aus. Sie müssen renaturiert und ihre Lebensräume wiederhergestellt werden.
Zum Entscheid der UREK-N vom 26.01 zur pa. Iv. 24.431, Bestandesregulierung des Gänsesägers
Die sogenannten Umweltkommissionen möchten den Schutzstatus des Gänsesägers schwächen und Abschüsse erleichtern. Doch die Forschung zeigt: Es ist der Mensch, der für den Rückgang der Fische verantwortlich ist und nicht fischfressende Vögel. Indem die Kommissionen den Gänsesäger ins Visier nehmen, ist weder den Fischen noch der Natur geholfen.
Der Standort Mäsweid im Vispertal ist ein wertvoller Naturraum mit mindestens 30 Brutvogel-, 69 Tagfalter- und 24 Heuschreckenarten und befindet sich in einem kantonalen Jagdbanngebiet. Entsprechend wichtig ist eine gute Planung, die den geltenden Umweltgesetzen entspricht. Dies ist beim derzeit aufliegenden Solarprojekt nicht der Fall.
Am vergangenen Wochenende haben trotz wechselhaftem Wetter rund 5000 Personen in der ganzen Schweiz mitgeholfen, die Vögel des Siedlungsraums zu zählen. Dabei haben sie insgesamt rund 136'000 Vögel entdeckt. Die rekordhohe Beteiligung entspricht dem Trend der letzten Jahre: Immer mehr Menschen beobachten und zählen Vögel. Es macht Spass und ermöglicht Naturerlebnisse. Insbesondere, wenn die Gärten naturnah gestaltet sind und entsprechend viele Vogelarten anlocken.
Vom 9. bis11. Januar 2026 lädt BirdLife Schweiz erneut zur beliebten Aktion «Stunde der Wintervögel» ein. Tausende Menschen beobachten eine Stunde lang die Vögel im eigenen Garten, auf dem Balkon oder in einem nahe gelegenen Park. Die schweizweite Zählung ist eine Gelegenheit, um ganz in der Nähe wunderschöne Beobachtungen zu machen, und schafft ein höheres Bewusstsein für die Bedeutung naturnaher Lebensräume.
Ein Rückblick auf das Jahr 2025 aus Sicht der Schweizer Natur ergibt ein düsteres Bild. Politik und Behörden nehmen ihre Verantwortung für die Lebensgrundlage von uns Menschen viel zu wenig wahr, und die Medien thematisieren die Bedrohung der Biodiversität nur spärlich, obwohl die Wissenschaft das Ausmass der Biodiversitätskrise mit demjenigen der Klimakrise vergleicht. BirdLife präsentiert die denkwürdigsten Ereignisse 2025.
Trotz Widerstand der Kantone, der Umweltallianz und Vertretern der Land-, Alp- und Forstwirtschaft hält der Ständerat an den Kürzungen beim Kredit Natur und Landschaft und der Umweltbildung fest. Etlichen gemeinsamen Projekten von Naturschutz und Landwirtschaft droht das Aus. Der Nationalrat kann das noch verhindern.
Die Umweltschutzorganisationen begrüssen die neue Wald- und Holzstrategie 2050. Sie sichert die natürliche Vielfalt des Waldes und stärkt seine Rolle als Erholungsraum, Wasser- und Luftfilter sowie seine Schutzfunktion gegen Erosion und Hochwasser. Politische Vorstösse, die den Erhalt der Waldfläche bedrohen, sind klar zurückzuweisen. Denn Wald in Baden kann nicht im Maggiatal kompensiert werden.
Der Bundesrat hat heute eine aktualisierte Version des Aktionsplans Biodiversität Phase II veröffentlicht. Die Medienmitteilung klingt positiv – Tatsache ist aber, dass die Schweiz viel zu wenig für die stark bedrohte Biodiversität tut!
In ihrer Stellungnahme zum Stromabkommen mit der EU zeigen die Mitglieder der Umweltallianz (BirdLife Schweiz, Greenpeace Schweiz, Pro Natura, Energie-Stiftung, VCS und WWF Schweiz), inwiefern der Vertrag die Interessen von Natur, Umwelt und Klima stützt.
Die tausenden Ehrenamtlichen in den 450 BirdLife-Naturschutzvereinen und -Kantonalverbänden leisten jedes Jahr hunderttausende Arbeitsstunden, um die Natur zu fördern. Am Tag der Freiwilligenarbeit vom 5. Dezember soll diese grosse Arbeit in den Fokus gerückt werden.
Zwei Forscherinnen der ZHAW führten im Rahmen des Forschungsprojekts ValPar.CH im Auftrag des Bundesamts für Umwelt (BAFU) eine schweizweite, repräsentative Umfrage zur Wahrnehmung der Biodiversität in der Bevölkerung durch.
Zur Halbzeit der 52. Legislatur zeigt das Umweltrating von BirdLife, Greenpeace, Pro Natura, SES, VCS und WWF wie umweltfreundlich Schweizer Politiker/innen stimmen. Die ersten Plätze belegen nach wie vor die Parlamentarier/innen der SP und der Grünen. Eine bedenkliche Tendenz zeigt sich bei der Mitte: Während ihre Nationalrät/innen in den letzten zwei Jahren wieder etwas umweltfreundlicher stimmen, fallen ihre Ständeräte weiter ab.
BirdLife Schweiz hat die Bevölkerung dazu aufgerufen, den Vogel des Jahres 2026 zu wählen: Welche Vogelart sollte Botschafter für naturnahe Fliessgewässer werden? Über 18'000 Personen haben ihre Stimme abgegeben, und das Ergebnis war denkbar knapp – mit nur 53 Stimmen Unterschied konnte sich der Eisvogel durchsetzen. Mit seinem leuchtenden Gefieder und seiner furchtlosen Jagdtechnik ist er einer der schönsten und beliebtesten Vögel der Schweiz. Und er zeigt uns, wie eine natürliche Welt am Wasser aussehen kann. BirdLife Schweiz stellt den Vogel des Jahres 2026 mit einem Porträt und einem Kurzfilm vor.
Ende November geht mit dem Rücktritt von François Turrian eine Ära für BirdLife in der Westschweiz zu Ende. François hat fast 25 Jahre lang für den Verband gearbeitet. BirdLife dankt ihm herzlich für sein grosses Engagement. Sylvain Antoniazza wird im Januar die Leitung für die Westschweiz übernehmen.
Die Anzahl gerissener Nutztiere pro Wolf nimmt weiter ab. Obwohl es wohl leicht mehr Wölfe gibt als 2024, haben sie diesen Sommer in den meisten Kantonen gleich viel oder weniger Nutztiere erbeutet als im Vorjahr. Das zeigt: mit verstärktem Herdenschutz und einer gesetzeskonformen Bestandsregulierung ist eine langfristige Koexistenz von Wolf und Nutztierhaltung in der Schweiz möglich.
Vor genau 15 Jahren wurden in Aichi die Ziele 2020 der internationalen Biodiversitätskonvention vereinbart. Der Bundesrat verabschiedete 2012 die Strategie Biodiversität Schweiz SBS, um die Biodiversität der Schweiz als unsere Lebensgrundlage zu erhalten und gleichzeitig die Aichi-Ziele zu erfüllen. Eine aktuelle Analyse von BirdLife Schweiz zeigt: Mit einer einzigen Ausnahme hat die Schweiz alle Ziele der SBS verfehlt.
Es geht auf die kalte Jahreszeit zu. Was können wir jetzt im Herbst tun, um den Tieren das Überleben bis zum nächsten Frühling zu erleichtern? Und wie lässt sich der Garten jetzt schon für die nächste Saison bereichern? BirdLife Schweiz hat viele Tipps zusammengestellt.